Ausfallschritte sind eine der besten Übungen um gleichzeitig Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewichtsgefühl aufzubauen. Gerade Anfänger aber haben häufig das Problem, dass sie
a) sehr viel Gewicht auf das vordere Bein bringen und sich dort hauptsächlich mit dem Ballen abstützen;
b) gleichzeitig den Oberkörper nach vorne beugen, um das vordere Bein wieder zu entlasten.
Diese Tendenz ist bei vielen meiner Kunden nur sehr schwierig auszumerzen. Wenn ich nicht ständig darauf achte und sie immer wieder darauf hinweise, fallen sie meist nach ein oder zwei korrekten Wiederholungen wieder in dieses Muster hinein. Auch ich selber bemerke das häufig bei mir.
Ich glaube, die Ursache dieses Problems liegt drin, wie man das Ziel der Übung definiert. Denn wie erwähnt gehen die meisten Menschen automatisch davon aus, dass das vordere Bein mehr Gewicht tragen muss/soll.
Woraus sich die Frage ergibt: Warum?
Ehrlich gesagt, kann ich dazu jetzt keine wissenschaftliche Antwort formulieren oder zitieren. Aber ich sehe keinen Grund, warum das hintere Bein weniger Arbeit leisten sollte als das vordere. Im Gegenteil: Da ich mich mit dem hinteren Bein nur auf den Zehen abstütze, wird das Gleichgewicht stärker gefordert, je mehr Gewicht ich auf den Fuß verlagere.
Um die Übung also so anzuleiten, dass der Kunde sie korrekt ausführen kann, bin ich dazu übergegangen, nicht einfach zu sagen:
"Geh in die Knie."
Stattdessen sage ich:
"Bring das hintere Knie zum Boden."
Meistens ergibt sich daraus dann eine Bewegung, die das hintere Knie tatsächlich fast senkrecht nach unten führt, wobei das Becken ebenfalls senkrecht absinkt. Der Effekt: Das vordere Knie wird automatisch nur um etwa 90° gebeugt, der Oberkörper bleibt aufrecht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen